Samstag, 25. März 2017

Abessinia Crisis: Mehal Safari, 1st Half-Platoon

Geschafft, das erste der beiden Half-Platoons für meine Mehal Safari ist nun endlich fertiggestellt, das 2. Half-Platoon steht bereit für den Pinsel und scharrt schon ungeduldig mit den Hufen.

Hier die erste Sektion des 1. Half-Platoons, ausschließlich Infanterie mit Gewehren:

Und hier die 2. Sektion, 6 Infanteristen mit Gewehren und einer LMG-Sektion:


Im folgenden ein paar Bilder umgebauter Figuren:

Bei diesen Figuren beschränkt sich der Umbau rein auf einen Head-Swap, der mal einfacher und mal schwieriger ausfällt.
Bei den Figuren mit umgeschlungener aufgerollter Decke, den Figuren mit Gewehr im Anschlag und vor allem der Kombination aus Beidem ist das Absägen der alten Köpfe teilweise durchaus kniffelig, wenn der neu aufgesetzte Kopf nicht unnatürlich wirken und Details nicht beschädigt werden sollen - letztlich aber eher eine Frage der Zeit und des richtigen Werkzeuges (Stichwort Uhrmacher-Sägebogen und -Sägeblätter), als des reinen Könnens.

Die verwendeten Köpfe stammen dabei entweder von Woodbine, oder aus der Sudan-Box der Perrys, die Figuren von Copplestone, oder Empress Miniatures.

Hier besagte Figuren im Detail, bei denen man sich für das Anpassen der Köpfe einfach Zeit nehmen muß:


Der größte Umbauaufwand stellte sich bei der LMG-Sektion, für die ich Figuren von Brigade Models WW1-Serie mit Lewis-MG verwendet habe (daß ja sogar noch im 2. Weltkrieg von der LRDG verwendet worden ist).

Das hauptsächliche Problem dabei ist, daß meine Abessinier keine Schuhe tragen, hier mußte ich also hauptsächlich umbauen, Köpfe nur wegen der größeren Vielfalt.

Auch hier kam besagte Perry-Box wieder gerade recht.
Der linke Magazinträger verlor seine Füße unterhalb der Gamaschen und bekam neue angepaßt, die ich dann einzeln an den Beinen und der Base verstiftet angeklebt habe, damit die entsprechende Stabilität gewährleistet ist (auch alle Köpfe sind natürlich entsprechend verstiftet).
Der Schütze des Lewis-LMG bekam komplett neue Beine inkl. Base. Ich konnte in der Box eine Figur mit fast perfekt passender Beinstellung finden, die weiten Hosen des Schützen wurden bis auf einen schmalen Rand ausgefräst und die neuen Beine (beide natürlich verstiftet) wurden mit anschließend Greenstuff eingepaßt.
Der 2. Träger bekam neben angepaßten Beinen dann noch einen anderen Kopf verpaßt.

Freitag, 24. März 2017

Basegestaltung: Grasbüschel in verschiedenen Größen und Farben

Da mein Vorrat an Grasbüscheln einerseits zur Neige geht und ich andererseits für meine Abessinier eher ausgeblichenes/vertrocknetes Gras brauche, konnte ich direkt weitere Tests mit meinem neuen Begrasungsgerät angehen und andererseits testen, ob ich 12mm lange Grasfasern noch verarbeiten kann.

Auf gehts also zum Gartenbau.

Hier die Ausbeute des gestrigen Abends; aus Testgründen habe ich die 12mm Fasern ungemischt verarbeitet, ansonsten habe ich Grasfasern aus den unterschiedlichsten Farben und in Größen von 4,4 bis 10mm gemischt, was nach meinem empfinden am natürlichsten wirkt (im Hintergrund sind die Jungs zu sehen, für deren Basen die Büschel u.a. bestimmt sind)


Hier eine Detailansicht der Büschel aus den 12mm langen Grasfasern (die hinteren Büschel mittig, direkt vor den Figuren).


Mein neuer elektrostatischer Begraser kann diese Länge noch prima verarbeiten, allerdings klappt das nicht mehr mit dem Gemisch aus Weißleim und Fließverbesserer (Mundwasser, Spülmittel etc.), das ich normalerweise benutze - zum Einen fallen die Fasern im Leim anfangs zu schnell um, zum Anderen bleibt er nicht lang genug offen, um wirklich dichte Büschel zu bekommen - für solche Fälle benutze ich den etwas teureren Beflockungsleim von Heki, der beide Probleme löst.

Zum Abschluß verwandelten sich einige wenige Grasbüschel dann noch in blühende Sträucher/Blumen - das bunte Beflockungsmaterial ist selbst gefärbt, um hier eine große Farbvielfalt zur Verfügung zu haben.

Montag, 13. März 2017

Abyssinia Crisis: Mehal Safari - Umbauten Teil 3

Nachdem hier in der letzten Zeit nichts los war, geht es nun mit dem Platoon für meine Mehal Safari weiter.
Auch wenn beruflich bedingt die letzten Monate kaum Zeit fürs Hobby blieb, konnte ich doch die 1. Sektion fertig bemalen, die jetzt nur noch auf ihre Basen wartet und auch die Umbauten und Anpassungen für alle Figuren abschließen, um das Platoon komplettieren zu können.

Was nun umbautechnisch demnächst noch folgt, ist die Kür - für die Optionen brauche ich noch ein MMG und eine 20mm Autokanone, die wegen fehlender anderer Möglichkeiten, nämlich feindliche Panzer zu knacken, fast schon Pflicht ist, außerdem liebäugele ich mit einem FT-17, der dann sowohl für meine Mehals als Fiat 3000 einsetzbar wäre, wie auch in allen Early War Szenarien für Franzosen etc.

Hier eine Übersicht des Platoons, bereit für den Pinsel:

Die umgebauten Zanzibars von Copplestone passen wie man sieht perfekt zu den originalen Abyssinians von Empress, die umgebauten italienischen Askari von Empress sowieso, die Köpfe stammen von Woodbine; im Hintergrund die erste fertig bemalte Sektion.


Im folgenden einige Nahaufnahmen der einzelnen Sektionen.

Die bereits grundierte Sektion folgt als nächstes und komplettiert damit das Half-Platoon, die umgebauten Lewis-Gunner sind von Brigade Games.


Die LMG-Sektion hier sind umgebaute Askari von Empress und ein Eigenbau auf Basis von Perry Sudan Plastic.


Die Leader stammen komplett von Empress, wie auch der Standartenträger aus dem abessinischen Jugend - er stellt schon eine Option dar (durch die Fahne könnte die Sektion, der er zugeteilt ist, pro Phase einen Shock-Point ignorieren.


Auch das Farbschema steht jetzt soweit, die Uniformjacken/Oberteile werden im gleichen verblichenen Grünton gehalten, was einen einigermaßen uniformen Look garantiert, trotz der vielen gewollten Unterschiede bei den Figuren.
Um sie den einzelnen Sektionen leichter zuordnen zu können, wird die 1. Sektion des 1. Half-Platoons mit weißen Hosen/Beinkleider bemalt (bereits fertig) und bei dessen 2. Sektion mit Grau statt Weiß; entsprechend beim 2. Half-Platoon mit ausgeblichenem Khaki für dessen erste Sektion, für Sektion 2 werde ich einen braunen Farbton verwenden.

Samstag, 4. März 2017

Spielbericht: Chain of Command - Lybien 1942, Patrouillengefecht im Vorfeld von Bir Hakeim

Letzten Freitag war es endlich wieder soweit, die Zeichen standen auf Grün und wir konnten uns an eine Partie Chain of Command machen.
2 absolute Anfänger unter Spielleitung von Pedivere führte Deutsche (Simon) und Franzosen (meine Wenigkeit) ins Gefecht.

Zur Verfügung hatten wir Wüsten-Franzosen und deutsche Panzergrenadiere, wir haben also das Beste draus gemacht und uns ein Stückchen lybischer Wüste als Tummelplatz ausgesucht - bei den Franzosen war es kein Problem, sie als Teil der 1. Brigade der Freien Franzosen einzustufen, die Deutschen waren dann einfach frisch eingetroffene Verstärkung, denen man noch keine Tropen-Ausrüstung verpassen konnte.

Ausgangslage:
Ende Mai 1942 tritt das Afrikakorps mit den italienischen Verbündeten zum Angriff auf die britischen Stellungen der Gazala-Linie an, deren südlichste Stellung das ehemalige Wüstenfort von Bir Hakeim bildet, das von der 1. Free French Brigade verteidigt wird.

Im Vorfeld schicken beide Seiten kampfstarke Patrouillen aus (Szenario: Patrol), die auch bald aufeinander treffen und schnell in erbitterte Kämpfe verwickelt werden sollten.
Auf deutscher Seite handelt es sich um ein reines Infanterie-Platoon, welches durch ein schweres MG unterstützt wird, bei den Franzosen um ein Platoon des 24th Colonial Infantry Regiment, das als Support einen FO einer 8,1cm Mörserbatterie zugeteilt bekommt.

Zu Gefechtseröffnung (Patrol Phase) arbeiten sich die Spähtrupps beider Seiten aneinander vorbei, ehe sie in Gefechtsentfernung kommen, so daß sich das eigentliche Gefecht dann in Ost-West-Richtung abspielen wird,

Das Gefechtsfeld vom Norden her gesehen.

Obwohl die Kampfmoral der deutschen überraschenderweise niedriger als die der Franzosen (gewürfelte Force Moral 7 bei den Deutschen, 9 bei den Franzosen) ist, die alles daran setzen zu zeigen, daß auch nach der Kapitulation ihres Mutterlandes mit ihnen zu rechnen ist, können die Grenadiere immer wieder das Heft des Handelns an sich reißen (das Spiel dauerte ca. 12 Phasen, von denen 8 den Deutschen gehörten, da Simon es wieder und wieder schaffte, mit seinen Command Dice zwei Sechsen zu würfeln, was bei CoC bedeutet, daß man nach der aktuellen auch noch die nächste Phase spielen kann).

Die Deutschen besetzten die Wegkreuzung im Canyon mit ihrem sMG, den nördlichen Abschnitt mit einer Sektion und die südliche Linie letztlich mit 2 Sektionen, wo dann auch der Hauptkampf stattfinden sollte, während die Grenadiere im Norden in Ruhe eine Kippe nach der anderen rauchen konnten.

Die Deutschen konnten im Norden bereits eine Sektion und das sMG in Stellung bringen, im Süden eine weitere Sektion, während auf französischer Seite bis dahin nur eine Sektion und der FO der Mörserbatterie aufmarschieren konnten.
Der südliche Abschnitt in Nahaufnahme

Die Franzosen hatten ihre VB-Launcher zu einem Team zusammen gefaßt, was sich letztlich als spielentscheidend herausstellen sollte und hinter felsigem Gelände in guter Deckung in Stellung gebracht, der FO suchte Deckung hinter Büschen, von wo aus er und sein Team gute Sicht auf die anrückenden Gegner hatte.

Grenadiere in Stellung, bereit das Feuer zu eröffnen
Und hier ihrer unmittelbaren Gegner, die die den Grenadieren gegenüberliegende Buschreihe erreichen wollen.

Die erste Sektion der Franzosen versuchte ebenfalls eine Heckenlinie im Süden zu erreichen, um hier eventuelle Vorstöße des Gegners abweisen zu können.
Fatalerweise erfolgte das nicht im Sprint, sondern normalen Laufschritt (1W6 normale Bewegung, bei einem Sprint kann man 2W6 werfen, könnte dann allerdings nicht mehr feuern) und die beiden MG34 der schon in Stellung gegangenen Grenadiere machten kurzen Prozeß, da sich für sie der anrückende Gegner im freien Feld ohne jegliche Deckung befand.
Zum Ausgleich konnten die VB einige Treffer bei den Deutschen erzielen, so daß sich im Verlauf des Gefechtes sich bei ihnen kontinuierlich Verluste und Schock aufbauten.

Die VB-Launcher gehen in Stellung, während von der Infanterie-Sektion nur noch klägliche Reste die anvisierte Deckung erreicht haben.

Inzwischen hatte auch die 2. deutsche Sektion den südlichen Abschnitt erreicht, rückte vor und mußte Verluste durch Gewehrgranaten hinnehmen und nun forderte der FO der Franzosen Mörserfeuer an, deren ranging Shot allerdings dermaßen weit abwich, daß der Aufschlag nicht sichtbar war (Off-Table).

Inzwischen ist eine weitere Grenadier-Sektion eingetroffen ...

Mittlerweile war die 1. Sektion der Franzosen inkl. Caporal durch die Grenadiere vernichtet worden und die Lage sah für diese im Allgemeinen übel aus - die Moral der Truppe war durch die erlittenen Verluste angeschlagen (Force Moral von 9 auf 7 gesunken) und die Initiative lag vollkommen auf deutscher Seite, so daß die noch in Reserve liegenden 2 Sektionen nicht auf das Gefechtsfeld gebracht werden konnten.
Immerhin lag die nächste Mörsersalve voll im Ziel (gewürfelte 11), allerdings gab es auf deutscher Seite nur wenige Verluste und auch ansonsten zeigten sich die Grenadiere völlig unbeeindruckt von dieser Salve (keinerlei Schock erzielt).
Die Grandiere wollten aber ihr Glück nicht weiter herausfordern und gingen zum Sturmangriff auf das Team der FO los.
Ein paar Handgranaten, ein Hurra und ein weiteres französisches Team hatte sich in Luft aufgelöst, die Gesichter der Franzosen wurden länger und länger (Force Moral sinkt auf 6).

... und beide gehen zusammen zum Angriff vor. Die französische Infanterie-Sektion ist bereits ausgeschaltet, deren Offizier wird ihr gleich folgen und auch das Team des FO sieht das Unheil schon kommen.

Zum Glück erzielten die Gewehrgranaten Verlust auf Verlust und so langsam schmolzen auch die Sektionen der Grenadiere in der brennenden Sonne dahin und endlich traf ersehnte Verstärkung für die Franzosen ein - eine volle Sektion ging auch sofort zum Angriff über und die Grenadiere, die eben noch den FO der Mörser ausgeschaltet hatten, brachen nun zusammen und traten den Rückzug in ihre Ausgangsstellung an (nach den Verlusten hatte sich doppelt soviel Schock angesammelt, wie noch an Figuren vorhanden waren).

Die heißersehnte Infanterie-Verstärkung ist endlich eingetroffen und hat mit gutgezieltem Feuer den deutschen Angriff zurück geworfen.
Und hier aus Sicht der Deutschen.
Nahaufnahme der im entscheidenen Moment eingetroffenen Infanteristen der 24sten

Um das Heft des Handelns zu behalten, ging der deutsche Kommandeur volles Risiko - er sammelte zusammen mit dem Adjutanten die Sektion, nutzte aber nicht alle Möglichkeiten dafür, weil er sofort wieder den Gegner unter Feuer nehmen wollte (der Adjutant hatte 2 Aktionen zur Verfügung, der Junior Leader der Sektion ebenso, es wurden aber nicht alle zum Abbau von Schock genutzt, um noch feuern zu können).

Dies sollte sich als Fehler herausstellen, denn die durch die Verluste und Schock geschwächte Salven der beiden lMG stellte sich als mehr oder weniger wirkungslos heraus.
Im Gegenzug erzielten französische Karabiner, lMG und wiederum Gewehrgranaten eine verheerende Wirkung, der neben weiteren Grenadieren auch die beiden Kommandeure zum Opfer fielen.
Die Moral der Deutschen sank schlagartig auf 0 und es mußte umgehend der Rückzug angetreten werden, um die Überlebenden sammeln und ein anderes Mal in den Kampf führen zu können (durch den Verlust der kompletten Sektion, eines Junior Leaders und des Adjutanten sank die Force Moral der Grenadiere auf 0).

Die Deutschen im Süden sind vertrieben, die intakte Sektion im Norden muß zusammen mit dem sMG das Gefechtsfeld aufgeben.

Ein wirklich spannendes Spiel, das nach etwa 2 Stunden beendet war.
Das ging schon mit der Patrolphase los, bei der in CoC ja über die eigentlichen Startpunkte (Jumpoff Points) entschieden wird.
Ich hatte geplant, Simon im südlichen Teil nur hin zu halten, da er dort über sehr viel freies Feld hätte angreifen müssen und den Schwerpunkt auf den nördlichen Teil zu legen, wo dann ja auch die eigentlichen Kämpfe stattfanden, wobei ich eine Sektion die ersten Phasen in Reserve lassen wollte.
Aber wie heißt es so schön - ein Plan hält genau so lange, bis der erste Schuß fällt.

Bei CoC sollte man bedenken, daß die Verteilung der Phasen nicht fest eingeteilt ist, sondern durch entsprechende Würfe extrem variieren kann - in dem Falle hat Simon eigentlich immer mindestens 2 Sechsen geworfen, so daß nach Ende seiner Phase er sofort erneut am Zug war.
Das bedeutete schlicht und ergreifend, daß ich kaum reagieren, geschweige den agieren konnte - letztlich gehörte dann eine Menge Glück dazu, das Spiel noch zu drehen, welches eigentlich schon zu Gunsten von Simon entschieden war.

Glück in der Liebe kann ich die nächsten Monate wohl vergessen *gg*

Sonntag, 30. Oktober 2016

Mahel Safari - Testfiguren

Um mich mal an die Wiedergabe der in Äthiopien vorkommenden Hautfarben heranzutasten, die von Dunkelbraun bis hin zu rötlichen Hauttönen reichen, habe ich einige Tests mit verschiendenen Farb- und Wash-Kombinationen gemacht und nachdem ich einige gut wirkende Schema gefunden hatte, wollte ich die Wirkung an komplett bemalten Figuren testen.

Ich habe also einige Figuren bemalt, wobei ich ein einheitliches Farbschema für Bekleidung etc. gewählt habe, damit die Wirkung der Hautfarbe auch im Vordergrund steht.

Letztlich habe ich mich für 4 Figuren entschieden, bei denen mich die Hautfarbe im Vergleich zu Vorbildfotos am meisten überzeugt hat und die ich dann so auch alle einsetzen werde.


Für die Bases habe ich selbst gesiebten Sand benutzt, mit unterschiedlichen Sandtönen und Washes abgetönt, selbstgefärbter und zerkleinerter Flock, den ich noch mit einem ausgebleichtem Grünton gebrusht habe und die Grasbüschel habe ich mit meinem Elektrostat aus einer Mischung aus bräunlichen 2mm, 4,5mm spätherbstlichen und 8mm strohfarbenen Grasfasern angefertigt.

Sonntag, 16. Oktober 2016

Abyssinia Crisis: 1st Half-Platoon Mehal Safari - Umbauten Teil 2

Wie sich gezeigt hat, passen die Wolseley-Helme von Perry leider nicht zu den Figuren von Copplestone und Empress - die Perry-Figuren und entsprechend auch deren Helme sind einfach zu zierlich und sehen einfach nicht passend auf den zurechtgefeilten Köpfen aus, wie sich gezeigt hat.
Das ist ja auch auf den Fotos von Teil 1 gut zu sehen, entsprechend habe ich von vorne begonnen.

Das grundsätzliche Problem an den Figuren regulärer Einheiten der Äthiopier ist, daß in der Theorie die Mehrheit zwar Uniformen nach europäischem Vorbild trug, das Tragen von Schuhen aber außer für wenige Offiziere untersagt war - man glaubte, Schuhe würden die Beweglichkeit der äthiopischen Soldaten reduzieren.
Die möglichen Figuren hatte ich ja schon in Teil 1 vorgestellt - die Jungs wurden für kurze Zeit völlig kopflos und bekamen dann Köpfe von Woodbine angepaßt, in der Mehrheit solche mit dem Wolseley-Helm - hier eine Auswahl:


Den zusätzlichen Träger der Ersatzmagazine für die Lewis-LMG hatte ich schon in Teil 1 gezeigt, bei ihm habe ich entsprechend nur noch den Gurt in Form gebracht und den Verschluß der unteren Magazintasche modelliert.
Bei den beiden originalen Lewis-Gunnern habe ich unterhalb der Shorts bzw. der Beinwickel die Beine amputiert und durch passend bearbeitete Plastikbeine aus der Sudan-Box der Perrys ersetzt - eine ziemliche Frickelei, aber vom Aussehen her überzeugender, als das Abfeilen der Schuhe und Einritzen von Zehen.


Damit habe ich insgesamt genug umgebaute und originale Figuren für ein komplettes Platoon inkl. 2 LMG bereit und kann mich die nächste Zeit komplett auf das Bemalen konzentrieren.
Sobald das Platoon fertiggestellt ist, kommen die Optionen wie MMG und LMG auf Truck an die Reihe, die dann wieder jede Menge Umbauarbeiten erfordern werden, da es auch hier logischerweise keine fertigen Modelle gibt - ich habe aber schon einige passende Umbaukandidaten im Auge.

Samstag, 8. Oktober 2016

Zeitreisen: Deutsches Panzermuseum Munster

Im Sommer in kühlen Museumshallen unterzutauchen, um der Hitze zu entfliehen und dabei noch etwas für die eigene Bildung tun - für mich und meine Tochter war das in den Sommerferien verlockend genug, um uns auf die Fahrt gen Norden zum Panzermuseum Munster aufzumachen.
Und die letzten Tage hatte ich Muße, die Fotos zu sortieren und nachzubearbeiten.

Die Kombination aus schönem Wetter und Sommerferien sollte sich dann in Munster als durchaus zwiespältig Fotojäger erweisen - das Museum war gerammelt voll mit Besuchern aus ganz Europa, den Streckenrekord dürften sich an diesem Tag die Schweden gesichert haben, aber auch Briten, Belgier und vor allem Niederländer waren zahlreich vertreten.
Im Prinzip war es deshalb auch meist unmöglich, vor allem die absoluten Publikumsmagneten wie den Tiger und den Königstiger ohne Personen aufs Bild bannen zu können - da sollte man einen Munster-Besuch besser außerhalb der Ferien planen.

Im Vergleich zu meinem letzten Besuch vor ca. 10 Jahren hat sich unglaublich viel getan, nicht nur was die vergrößerte Sammlung betrifft, sondern auch deren Präsentation - die Fahrzeuge selbst stehen im Mittelpunkt, die Hintergrundinformationen sind angenehm unaufdringlich und es fehlt vor allem der erhobene Zeigefinger, den scheinbar viele Museen leider als ihre Hauptaufgabe sehen.
Klar, diese Informationen sind notwendig und wichtig, sollten aber nicht zum Hauptzweck werden, man kann und darf den Besuchern durchaus ein Mindestmaß an Mündigkeit zutrauen - und Munster macht das.

Vor dem Museum ein "kleines" Diorama - ein Leo verladen auf einem Schwerlastwagen Gattung SSyl der DB vor einer Verladerampe; solche Schwerlastwagen datieren schon auf die Zeiten der DR, wie man an den Diamond-Drehgestellen gut sehen kann.

Den Anfang des Rundganges machen Panzer vom Ende des 1. Weltkrieges und der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, ein Blickfang ist natürlich hier der in eine Landschaftsszene gesetzte Nachbau eines A7V - das Ding könnte man fix auch in ein Wochenend-Häuschen umbauen, ich kann darin trotz meiner 1,94m locker stehen.

Weiter gehts mit einem Renault FT-17 und einem Leichter Kampfwagen LK II, der mir vorher noch nie untergekommen war.


Als nächstes folgt ein Panzerkampfwagen 38(t)


Auch Fahrzeuge des Afrikakorps sind in der Sammlung von Munster vertreten - und nicht nur Panzer!



Und hier kommt der Publikumsliebling so ziemlich aller Besucher, wenn man mal die Umlagerung als Maßstab nimmt - hier ein Bild ohne Besucher hinzubekommen erfordert Geduld und vor allem Gelassenheit. Gerade wenn man denkt: "Jaaa, endlich freie Sicht!" ... latscht garantiert wieder irgend eine Schnarchnase vor die Linse und beim 4. Versuch war ich kurz vor einem Blutsturz ...
Wie auch immer - hier ist er, der Panzerkampfwagen VI "Tiger"

Einer der unmittelbaren Nachbarn ist nicht weniger berühmt, aber deutlich weniger gefürchtet - zumindest habe ich bisher nur von Tiger-, nicht aber von einer Panther-Fear gelesen, obwohl er von vielen Experten für die/eine der besten Panzerentwicklungen des Krieges gehalten wurde.
Nicht umsonst hat die französische Armee den Panther noch Jahre nach dem Kriegsende selbst eingesetzt.

An diesem Tag hatte das Kätzchen allerdings Magengrummeln, jedenfalls mochte es motormäßig nicht zum Leben erweckt werden und bedurfte mehrere Veterinäre, die Hand anlegten , um das Wehwechen zu kurieren.

Als nächstes einige Jagdpanzer - vom StuG, über den Jagdpanzer IV, Jagdpanzer 38(t) Hetzer, Jagdpanther hin zu einem sowjetischen SU-100 und einem britischen Achilles, der auf einem M10 basiert, aber mit dem deutlich potenteren 17-Pounder ausgestattet ist.






Auch von den Alliierten sind viele der bekannten Baureihen in der Sammlung des Panzermuseums vorhanden - u.a. ein T35-85, Comet und ein Sherman M4A1 (76mm).



Neben vielen weiteren beeindruckenden Fahrzeugen kann Munster u.a. auch mit einem Panzerkampfwagen VI Ausf. B Tiger II und vor allem einem extrem seltenen Sturmpanzer VI aufwarten, auch als Sturmmörser Tiger bekannt, meist aber kurz als Sturmtiger bezeichnet.


Aber auch die Fahrzeugsammlung der Nachkriegsjahre ist hochinteressant und umfaßt sowohl Fahrzeuge der Bundeswehr, der NVA, sowie NATO etc., dabei einige Exoten.

Die Briten hatten vor allem an ihre Besatzungen gedacht und ein umfangreiches Packsystem an den Panzern, damit kann man auch mal zum Camping aufbrechen *gg*

Breiten Raum nehmen natürlich die diversen Versionen des Kampfpanzer Leopard ein, neben moderneren Varianten ist auch einer der Prototypen zu sehen, genauer ein Kampfpanzer Standard Prototyp 2

Hier ein Leopard 1 A1A4 und ein M41 Walker Bulldog:


Die NVA ist u.a. mit einem T54AM, einem T55 AM2B, Schwimmpanzer PT-76 und einem BMP-1 vertreten.




Wem der Begriff "gläserner Panzer" nichts sagt, dem kann in Munster auch geholfen werden.

Und hier ein extrem interessantes Exemplar der Munster-Sammlung: ein Panzer mit Ladetrommeln, in dem Falle ein Kürassier.
Das sich das Konzept letztlich nicht durchgesetzt hat lag u.a. am Wiegeturm - die Dinger waren einfach nicht zu 100% dicht zu bekommen und damit waren sie sehr viel anfälliger gegen Einsätze von ABC-Waffen.

Hier noch weitere Beispiele - insgesamt ist die Sammlung viel zu umfangreich, als daß man von jedem Fahrzeug ein Bild zeigen könnte.
Auf dem letzten Bild ist ein Kanonenjagdpanzer, auch Jagdpanzer Kanone 90 mm oder Kanonenjagdpanzer 4–5 genannt, auf dem Freigelände des Panzermuseums zu sehen - Ähnlichkeiten mit dem Jagdpanzer IV kann er nicht verleugnen, wie im Vergleich mit dem Bild weiter oben klar zu sehen ist.



Zum Schluß noch ein Bild meiner mich von kleinauf in jedes Museum begleitenden Tochter, locker an einen Leo gelehnt.

Ich kann nur jedem, der sich auch nur im entferntesten für Panzertechnik interessiert den Besuch des Deutschen Panzermuseums in Munster wärmstens empfehlen - lohnt sich immer und in jedem Falle!

Konzept und Sammlungs-Schwerpunkte empfinde ich als absolut gelungen, viele Exponate sind sogar einzigartig - aber plant ausreichend Zeit ein, unter 3 Stunden kommt man da nicht raus, wenn man sich alles in Ruhe anschauen möchte.
Und wie gesagt - sollen Bilder ohne Menschenmengen geschossen werden, fahrt außerhalb der Ferien hin ;-)